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#16 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Schienenkopf 15.11.2022 16:02

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Der Bau-Spass hat mittlerweile begonnen,
und ich kann hier nun über die ersten Schritte der praktische Realisierung berichten.

Für den Bau der drei Bahnhofs Segmente hatte ich 10mm Pappelsperrholz bei expresszuschnitt.de in den gewünschten Abmessungen zuschneiden lassen.
Das wird dort millimetergenau (!) ausgeführt, sodaß die Passgenauigkeit mindestens dem bekannten schwedischen Möbelhaus gleichkommt, auch wenn weder der berühmte Inbusschlüssel noch eine Bauanleitung in der Packung zu finden war.
Auf den Stirnbrettern sowie den Zwischenspanten wurden zunächst die Bohrungen für die spätere Verschraubung sowie Kabel- und Grifflöcher angezeichnet und präzise auf der Ständerbohrmaschine ausgeführt. Hierbei habe ich mich an die alten FKSB Abmessungen gehalten, ebenso wurden die Modulkästen gemäß dieser Norm 10cm hoch gebaut.


sauber angezeichnet und gebohrt


Deckplatten mit Stirnseiten und Zwischenspanten

Dann wurden die Deckplatten mit den Stirnseiten sowie den Zwischenspanten verleimt und verschraubt, gefolgt von der hinteren Längstwand, die 2cm höher ausgeführt wurde und einem zusätzlichen Längstspant, der 5cm hinter der späteren Vorderblende eingezogen wurde.
Dadurch kann ich für die Weichenbedienelemente, Ablagen für Handregler, Frachtkarten und Fahrplan jeweils nach unten offene Nischen realisieren, sodaß diese Dingen vertieft eingebaut werden können und die Frontfläche plan bleiben kann. Die Lage der Zwischenholme wurde so ausgewählt, daß sie den späteren Weichenantrieben nicht in die Quere kommen.


Vertieft montierte Bedienelemente, wie ich sie bei einer US amerikanischen Anlage gesehen hatte

Damit waren die Kästen soweit roh fertig und ich konnte den auf Packpapier vorgezeichneten Gleisplan mittels eines Kopierrädchen aus dem Nähbedarf auf die Deckplatten übertragen, dabei wurden noch kleinere Korrekturen an den Weichenverbindungen vorgenommen.
Die exakten Positionen aller Weichen Anfangs- Zentrums- und Endpunkte wurden durch ausreichend lange Querstriche zu den Gleisachsen markiert.



Anzeichnen der Gleise mittels Kopierrädchen


Gleise und Weichen schon mal ausgelegt, man sieht, was es werden soll

Modulkästen in dieser Form wirken schnell wie ein Resonanzkörper, wenn die Gleise fest=hart mit dem Holz verbunden sind.
Auf einer Ausstellung nimmt man das vielleicht kaum wahr, aber in den eigenen, meist kleineren Räumen wird es deutlich und mitunter unangenehm laut.
Ich wollte abweichend von der bisheriger Modulbau-Praxis diese Geräuschentwicklung der fahrenden Züge soweit als möglich eindämmen, und habe zwischen Sperrholz und den Gleisen die Schallbrücke mittels einer elastischen Zwischenschicht unterbrochen.
Verwendet habe ich dafür sogenannten Gummikork, ein Produkt für die Trittschalldämmung im Fussbodenbau. Das Material ist sowohl als Quadratmeterplatte, als auch im Streifenform von der Rolle erhältlich. Ich habe das Material in 5mm Stärke und 30mm Breite bestellt bei 10 Meter Länge auf der Rolle.


das Verkleben der Gummikorkstreifen, die keilförmigen Lücken wurden später geschlossen

Verklebt habe ich den Gummikork mittels des dauerelastischem (!) Montagekleber UHU Polymax transparent. Der Kleber kommt u.a. in 300gr Kartuschen und erinnert an Silikon, ist aber chemisch etwas Anderes, und stinkt auch nicht nach Essig. Während der rund 4 Stunden Abbindezeit wurden die Streifen durch Gewichte fixiert.
Ich hatte Glück und habe dafür vor einiger Zeit mehrere große Wälzlager der echten Strassenbahnwagen aus der Schrottbox gefischt und zerlegt.
Jeder Walzkörper bringt 140 Gramm auf die Waage, der äußere Ring sogar 1,4kg.
Die Gummikork Streifen wurden jeweils rechts und links bis an die aufgezeichneten Gleismittellinien verklebt und bilden so durch ihre Fuge die Gleisachse wieder ab. Die genaue Position der Weichen ist durch die 3 Querlinien (s.o.) immer noch erkennbar.


Die Bettung ist nun überall verlegt, jetzt kommen die Gleise und Weichen dran

Noch sind die Gleise nicht final verlegt und vor allem noch nicht geschottert, aber schon jetzt kann ich einen deutlichen Unterschied ausmachen, zwischen den Gleisen, die auf der Bettung liegen, und denen, die unmittelbar auf dem Sperrholz liegen.
Sobald der Gleisbau abgeschlossen ist, ich werde auch für das Schottern einen elastischen Kleber verwenden, werde ich hier meine Erfahrungen teilen.

Mein Baubericht folgt den konkreten Tatsachen mit wenigen Tagen Abstand, und ich hoffe weiterhin, zu Weihnachten auf dem Stadtbahnhof fahren zu können,

Bis dahin, viele Grüße
Georg

#17 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Sauerländer Kleinbahner 16.11.2022 10:18

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Moin,

Zitat von Schienenkopf im Beitrag #16
Modulkästen in dieser Form wirken schnell wie ein Resonanzkörper, wenn die Gleise fest=hart mit dem Holz verbunden sind.

Das stimmt. Aus diesem Grund hatte ich bei meiner Nordharz-Eisenbahn in H0m die Gleise auch so verlegt. Mit dem Einschottern der ersten Gleise hat sich allerdings ein Verbund zwischen Schiene und Holz ergeben, der die Schwingungen wunderbar übertragen hat. Außer einem schönen, angedeutetes Schotterdamm hat das mit dem Kork also nichts gebracht. Da in Plettenbach ja alles mehr oder weniger eingepflastert ist habe ich auf so etwas bisher verzichtet. Vielleicht können dazu andere ihre Erfahrungen an entsprechender Stelle im Forum beisteuern?

Grüße

Jörn

#18 Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Franke 19.11.2022 15:20

Grüß Gott,

ich hatte für meine N-Bahn vor Jahren ebenfalls Kork genommen. Das gab jedoch schalltechnisch kaum einen Unterschied zu Holz. Wahrscheinlich doch zu steif / hart. Als Hilfsmittel für die Herstellung des Bettungsquerschnittes ist Kork wohl geeignet und man spart vile Schotter / Gewicht.

Die Schalldämmmatte ist da deutlich besser. Man muss nur aufpassen, dass der Schotter nicht bis auf das Holz heruntergezogen ist, sonst ergibt sich da auch wieder eine Schallbrücke und der positive Effekt ist deutlich reduziert.

Wir hatten bei einer Fachexkursion die Möglichkeit, die Firma Getzner in Vorarlberg zu besuchen, die solche Matten für alle möglichen Anwendungszwecke herstellt, von Auto bis zur Unterschottermatte bei der Bahn, Weichenzwischenlagen, alles was man in der Richtung braucht. Der Vortrag / Besuch war äußerst interessant. Als Nicht-Fachmensch in dem Thema ist man da auf die Auslegung der Fachkundigen angewiesen. Deshalb finde ich etwas schade, wenn den Modellbahnern etwas Untaugliches wie Korkbettung für diesen Zweck verkauft wird.

Freundlicher Gruß

Reiner

#19 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Schienenkopf 29.11.2022 21:23

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Die Arbeitstage der Gleisbau Rotte:

In den vergangenen Tagen konnte ich in mehreren, zum Teil kleineren Bauetappen den Gleisbau auf dem Stadtbahnhof Sonnborn ausführen und nun sind alle Gleise und Weichen verlegt.
Wie schon beim Verkleben der Gummibettung habe ich auch für die Flexgleise und Weichen den dauerelastischen Montagekleber UHU Polymax verwendet.
Ich habe dabei jeweils eine Zick-zack Spur des Klebers auf die Bettung aufgetragen, dann das Gleis, bzw. die Weiche in den Kleber hineingedrückt, dabei wiederholt auf korrekte = ebene Lage und die exakte Ausrichtung geachtet, und dann den jeweiligen Gleisabschnitt oder die Weiche mit den Gewichten fixiert bis der Kleber abgebunden hat (ca 4 Stunden).





-Kleber Zickzack auf Styrodur Untergrund und Gummibettung-

Natürlich mussten unter den Weichen vorher die notwendigen Aussparungen für die spätere Antriebsmechanik und das Kabel am Herzstück in die Gummibettung hineingeschnitten werden und die (Lang)Löcher ins Holz gebohrt werden.


-Für die Montage vorbereite Bettung-


-Mit den Gewichten fixiert-


-Damit beim Montieren der Weiche das Herzstückkabel gleich ohne Verheddern in der Bohrung verschwindet, habe ich unten drunter immer ein kleines Holzgewicht ans Kabel geknotet.

Abgesehen von einem ca 50cm langen Stück Rillengleis (s.u.) wurden auf Sonnborn 10 Weichen (3 linke und 7 rechte) verbaut, sowie ziemlich genau 8 Stück Flexgleis á 914mm. Ich habe dabei aus mehreren Gründen auf das Gleismaterial von Michael Schnellenkamp zurückgegriffen.
Zum einen wollte ich einen zügigen Baufortschritt - Flexgleis und Weichen waren zeitnah lieferbar,
zum anderen gefiel mir sowohl die Weiche als auch das Flexgleis, und zu guter letzt hat es für mich auch etwas von "support your local dealer", wenn man das bestehende Markt-Angebot von Schnelli auch annimmt. Sicher ist das Gleis, und insbesondere die Weiche mit 135 € preislich kein Pappenstiel. Aber beides ist sauber und untadelig verarbeitet, hat mir zu keinem Zeitpunkt Anlass zu Klage gegeben, und war angenehm und zügig zu verbauen. Ich bin also mehr als zufrieden damit.

Als letzter und spannendster Bauabschnitt galt es das Stück Rillengleis zu verlegen, auf dem die Tramstrecke Richtung Elberfeld=Fiddleyard durch die Kulissen Unterführung verschwindet.
Um die beiden unterschiedlichen Profile stabil miteinander zu verbinden, wurde zunächst vom Rillenprofil auf 15mm Länge alles bis auf den Schienenfuß weggesägt und plan gefeilt, und dann vom normale Schienenprofil ein entsprechendes Gegenstück geschaffen - also nur Kopf und Steg der Schiene stehen gelassen.
Beide Teile wurden dann sauber in der Gleiskrümmung fluchtend und in exakter Höhe verlötet.
Anschließend wurde zunächst ein Rillenprofil in die gefräßten Pertinaxschwellen von Schnelli eingelötet, dann nach entsprechender Kontrolle das andere.
Die Verwendung der Pertinaxschwellen führt ohne Mühe zu einem sauber gespurten 0m Strassenbahngleis, geht flott von der Hand und lässt sich ebenso wie schon das normale Flexgleis gut auf die Bettung kleben. Hier hatte ich allerdings den Kleber nicht auf die Bettung aufgetragen, sondern unter die Pertinaxschwellen. Andrücken und fixieren wie gehabt.
Das bei Schnellenkamp erhältliche Rillenprofil von Swetram ist deutlich angenehmer zu verarbeiten als jenes, daß ich damals auf Elsey verbaut habe. Möglicherweise wurde die Legierung verändert, jedenfalls ist das Profil heute weniger steif/hart.


-stufenförmiger Übergang von Rille auf Vignolgleis-



-das Gleiche von ober gesehen-

An beiden Enden des Rillenprofils wurde der saubere Einlauf der Spurkränze durch eine kleine Aufweitung der Rille verbessert, das macht man beim großen Vorbild übrigens genauso, wenn auch mit deutlich gröberem Werkzeug. Ich habe hier in 0m nur beherzt mit der Flachzange zugelangt.

Weichenantriebe:
Das Vorbild hätte üblicherweise ortsgestellte Weichen und keine elektrisch fernbedienten, für ein möglichst authentisches und "eisenbahniges" Gefühl werde ich daher die mechanischen Antriebe von H0fine verbauen. Die Antriebe sowie die Bowdenzüge etc sind zwischenzeitlich bestellt und dürften dann in Kürze eintreffen. Dann gilt es die Teile zu montieren / justieren und noch überall für Fahrstrom zu sorgen.

Der Bahnhof Sonnborn steht nun erstmal auf dem Korridor, wo er später auch beim Betrieb sein wird.




Mein Wunsch, den ersten Zug in Sonnborn noch anno 2022 fahren zu sehen, bleibt also aus gutem Grund bestehen.
Dann heisst es: "Einsteigen in die Linie 12"

Viele Grüße, Georg

#20 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Schienenkopf 29.12.2022 19:10

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Hallo zusammen.

Mein Wunsch, zum Jahresende auf dem Stadtbahnhof Sonnborn den ersten Zug fahren zu sehen, ist schon vorzeitig erfüllt worden, die ersten noch inoffiziellen Fahrten fanden in Anwesenheit eines Schoko-Nikolaus bereits statt:
Dazu war Hubert (Goose) am dritten Adventwochenende bei mir zu Besuch und hatte ein paar 0m Fahrzeuge nach deutschen Vorbildern, u.a. Zeunerts V52, seine Deutz V30 sowie einige Güterwagen mitgebracht.




-Die ersten Fahrzeuge im Stadtbahnhof

Zwar waren zu diesem Zeitpunkt die h0-fine Weichenantriebe noch nicht montiert, und die Elektrik unter den Modulen noch ein wilder Kabelsalat, aber wir konnten immerhin über fast alle Gleise fahren. Ein noch eilig bestellter 6fach Frogjuicer sollte eigentlich die Stromversorgung von zumindest 6 Herzstücken übernehmen, aber leider versagte dieser wegen Defekt seinen Dienst, sodaß wir überall mit viel Schwung über die stromlosen Herzstücke hinweg fahren mussten.






-Die ersten DB Güterwagen auf der Rampe

Ferner konnten wir die ersten regelspurigen Güterwagen von Hand über die Rampe auf die Rollwagen aufrollen, sodaß das Wochenende zum größten Teil doch von Erfolg gekrönt war.
Alle h0-fine Antriebe sind mittlerweile untergeschraubt, ein Teil der Elektrik ordentlich installiert, und an der ersten Weiche auch schon mal ein Stellbock von Schnellenkamp zur Probe montiert, die Bowdenzüge etc werden in den nächsten Tagen noch folgen.


-Unterseite des ersten Moduls


-Weiche 1 mit dem Stellbock, die Laternenachse wird später gekürzt und das Stellgewicht etc montiert

Über diese Montage des Handantriebs und des Stellbocks werde ich gesondert berichten, die Kombination 0m Weiche und Stellbock von Schnelli mit dem h0-fine Antrieb soll ausführlich beleuchtet werden.

Zu einem Termin im ersten Quartal 2023 soll dann der erste offizielle Zug von Sonnborn-Stadtbahnhof aus auf die Strecke gehen.
Bis dahin bitte ich die Fahrgäste der Linie 12 und alle interessierte Gäste noch um etwas Geduld, und wünsche Euch schon mal alles Gute für das neue Jahr.

Viele Grüße, Georg

#21 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von Schienenkopf 21.01.2023 17:02

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Gewerbegebiet Jammertal, ein Betriebsprovisorium


Es ist ein Jammer, all diese Pläne dauern soooooo lange, bis sie realisiert werden, soooo viel zu tun...., soooo wenig Geduld ;-)

Anstatt aber dieses Klagelied weiter zu singen, habe ich mich entschlossen, lieber provisorische Nägel mit funktionalen Köpfen zu machen.
Im übrigen ist dies nun mein 100. Beitrag hier im Forum, da sollten die positiven Aspekte doch im Vordergrund stehen.

Das Aufrollen der regelspurigen Güterwagen in Sonnborn-Stadtbahnhof klappt sehr gut, macht richtig Spaß und jetzt, mit etwas Übung, ist ratz fatz ein Zug mit 3 Rollwagen zusammengestellt. Dieser könnte nun auf die Strecke Richtung Burg gehen, um dann die Ladung den Empfängern zu zustellen. Tja .... könnte, wenn die Fahrt nicht 25cm hinter der Einfahrtsweiche schon wieder zu Ende wäre. Zwar kann ich die Lok händisch umsetzen, und so tun, als käme die Fuhre just von der Strecke zurück, aber so richtig dolle ist das nun auch wiederum nicht.
Da dieser etwas unbefriedigende Zustand sicher noch eine Weile anhalten wird, bis nämlich der Baufortschritt am stationären Teil der Anlage einen ersten Betrieb möglich macht, sann ich auf kurzfristige Abhilfe.
Ich hatte noch ein Stück Tischlerplatte von 160 x 60 cm Größe in der Ecke stehen, da drauf sollte sich doch etwas realisieren lassen, dass dem Stadtbahnhof als Gegenpart beim Spielbetrieb dienen könnte.
Mit sechs Weichenschablonen in 1:4 und ein paar Flexgleisen zeichnete sich bald ab, dass eine Ausweiche und 4 Stumpfgleise hier möglich sein würden.


-der Entwurf mit 6 Weichenschablonen

Ich war davon ausgegangen, dass die Gleise und Weichen hier nur temporär montiert sein würden, und später auf der Anlage weiterverwendet würden. Auch schied eine Gestaltung in jedweder Form aus, die darzustellenden Betriebe würden nur durch ein Pappschild mit ihrem Namen ausgestattet. Um eine Wagenladung Kohlen dem Brennstoffhandel zu zustellen, braucht es nur eine Definition, welches Stumpfgleis denn nun gemeint ist.

Leider waren Herzynia Weichen in 1:4 aber kurzfristig nicht bestellbar, sodass dem Provisorium noch ein weiteres Provisorium voraus gehen muss. Zur Verfügung standen mir 4 Stück Schnelli Flexgleis sowie ein Reststück altes Henkeflex. Dieses ist richtig flexibel, während das Schnell Flexgleis im Vergleich deutlich steifer ist.

Mit einem derart weichen Flexgleis ließe sich doch eine Art "Gummiweiche" realisieren, wie ich sie vor Jahren mal auf dem Fiddleyard einer 0e Anlage in Junglinster, Luxemburg gesehen hatte.
Das Schnelliflex hingegen ist steif genug um als 50cm Stück auch als Schwenkbühne zu fingieren, wenn man es an einem Ende drehbar festschraubt und das andere Ende auf die Gleiszugänge ausgerichtet. Damit war der Plan recht schnell zusammen gezimmert, nur ein paar Maße galt es noch festzulegen. Regelspurer auf Rollwagen haben ja ein größeres Lichtraumprofil und brauchen in den Bögen teilweise 80mm und mehr, die Nutzlängen konnten mit ca. 40cm für die 3 Abstellgleise und ca 80cm in der Ausweiche festgelegt werden.
Zwei der vier Flexgleise wurden dementsprechend geteilt, die beiden anderen passend gekrümmt und in der Länge angepasst. Fixiert wird die " Gummi 3 Weg-Weiche" im Betrieb an ihren 3 Positionen ganz einfach mit Reißbrettstiften, die anderen Gleise wurden festgeschraubt. Nach 2 Stunden Bautätigkeit konnten schon die ersten Probefahrten mit einem von Hand geschobenen Rollwagen erfolgen. An den Gleisübergängen muss naturgemäß etwas vorsichtig und langsam gefahren werden, aber soweit funktionierte das Provisorium schon mal.
Alle Gleise wurden oberirdisch mit Kabeln angeschlossen, und ein kurzes Übergangsbrettchen zum Stadtbahnhof "angespaxt". Derart komplettiert ging das Provisorium dann in den Betrieb.

hier ein Video:
https://www.youtube.com/watch?v=aI2rkq08PnM

Hubert hat eine komplette Bedienfahrt vom Aufrollen eines 4achsigen Rungenwagen und eines G-Wagen bis hin zur Zustellung in den jeweiligen Anschlußgleiseen des Press- und Stanzwerkes bzw. des Galvanisierwerkes gefilmt.
Zu Beginn werden die Rollwagen erst mit den untergeschobenen Schwellen abgestützt, dann können die Normalos aufgerollt werden und mit den magnetischen Vorlegekeilen fixiert werden.
Anschließend werden die Kupplungstangen zwischen die Rollwagen eingehangen, und nach dem Entfernen der Unterlegeschwellen kann die Fahrt losgehen.



-provisorisches Provisorium


-Blick von Jammertal Richtung Sonnborn


Das Handling der "Gummiweiche" geht fürs erste recht gut, kann aber natürlich keine Dauerlösung sein, muss es aber auch nicht.
Bis zum Eintreffen der Herzynia Weichen bleibt das Arrangement so erstmal im Wohnzimmer stehen, dann kommt alles in den Anlagenraum.
In den vergangenen Tagen habe ich nun fast täglich eine oder zwei Bedienfahrten absolviert, die Mühe mit dem Provisorium hat sich damit voll ausgezahlt, das Betriebsspiel macht richtig Spass.
Der Pendleton Fiddleyard ist nun mit eine Papp-Stützwand vom gestalteten Teil abgetrennt.


-die Szenentrennung



der pendleton Fiddleyard, noch ohne Kassetten

Bevor nun jemand den mahnenden Zeigefinger wegen der Bezeichnung "Gewerbegebiet Jammertal" hebt, sei gesagt, dass es in Solingen tatsächlich einen Ortsteil und auch eine Bushaltestelle mit diesem Namen gibt. Das ist zwar nach meiner Recherche überwiegend ein Wohngebiet mit nur wenigen Kleingewerbebetrieben, aber die künstlerische Freiheit der Umdeutung nehme ich mir erneut einfach heraus.

Während des schrittweisen Baus meiner stationären Anlage kann ich nun zwischendurch auch immer wieder mal, auch mit Frachtaufträgen etc. spielen, und so meine eigene Motivation anfüttern und stetig bei der Stange halten (!), Gästen auch schon mal etwas in Funktion vorführen und vielleicht zu Mitspielen anregen.

Ich verspreche mir so, das Marathon Projekt der eigenen Anlage auch tatsächlich bewältigen zu können, ohne das mir vorzeitig die sprichwörtliche Luft ausgeht.

Soweit für heute, demnächst geht es hier um Frachtkarten, das Betriebsspiel usw.

Viele Grüße, Georg

#22 RE: Die Wupper-Thalbahn Linie 12, eine Prototype-Freelance Strassenbahn Linie im Bergischen Land von OOK 26.01.2023 18:07

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Zitat von Franke im Beitrag #18
ich hatte für meine N-Bahn vor Jahren ebenfalls Kork genommen. Das gab jedoch schalltechnisch kaum einen Unterschied zu Holz. Wahrscheinlich doch zu steif / hart. Als Hilfsmittel für die Herstellung des Bettungsquerschnittes ist Kork wohl geeignet und man spart vile Schotter / Gewicht.

Die Schalldämmmatte ist da deutlich besser. Man muss nur aufpassen, dass der Schotter nicht bis auf das Holz heruntergezogen ist, sonst ergibt sich da auch wieder eine Schallbrücke und der positive Effekt ist deutlich reduziert.

Ich habe ja auf meiner 0m-Anlage alles geschottert (mit verdünntem Weißleim) und keinerlei schalldämmende Maßnahmen ergriffen. Nach meiner Erfahrung ist es nicht der Schotter, der dröhnt, sondern die Sperrholzplatte. Die muss daran gehindert werden, mit irgendwelchen Frequenzen zu vibrieren. Ich kann gar nicht genau sagen, was ich dazu unternommen habe, aber bei mir dröhnt es nicht. Kommt gucken (und hören).
Gruß

Otto

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